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der Aufkleber „Keine Werbung“ rund 33 Kilo Papiermüll im Jahr spart?

Durchschnittlich verbrauchen wir in Deutschland pro Kopf 250 Kilogramm Papier im Jahr. Davon landen etwa 33 Kilo jährlich als Werbeprospekte in unseren Briefkästen. Die Produktion der kostenlosen Zeitungen und Werbesendungen gehen mit einem enormen Wasser- und Energieverbrauch einher, dabei landen die meisten davon ungelesen in der Papiertonne.

Ein Briefkastenaufkleber „Keine Werbung“ untersagt den Einwurf von unadressierten Prospekten und spart so über 33 Kilogramm Papier im Jahr. Langfristig werden dadurch Bäume gerettet, denn die unverteilten Werbebroschüren werden zurück an den Hersteller geschickt. Dieser ist für die fachgerechte, kostenpflichtige Entsorgung zuständig. Bei zu viel Rücklauf fallen die künftigen Auflagen kleiner aus. Ein Aufkleber auf dem Briefkasten trägt also zur Müllvermeidung bei.

Neuer Trend: Plogging

„Plogging“ – eine Kombination aus Jogging und „plocka“, schwedisch für  „aufheben“ – ist eine Laufbewegung aus Schweden, die sich für die Umwelt stark macht. Ploggerinnen und Plogger sammeln während ihres Trainings Müll auf. Dadurch schlagen sie zwei Fliegen mit einer Klappe: Durch das Laufen und das Bücken nach Plastikmüll, werden nicht nur zahlreiche Muskeln im Körper trainiert, auch unsere Straßen werden sauberer. In Schweden gibt es mittlerweile schon 80 solcher Sportveranstaltungen, aber auch Deutschland, Mexiko, Indien oder Amerika ziehen nach.

Man muss allerdings nicht extra auf ein Event warten, um Plogger zu werden. Jeder, der Joggingschuhe besitzt und mit Müllbeutel und Handschuhen ausgerüstet ist, kann loslegen.

Plastik in Zahlen

Ein Forscherteam aus den USA hat ausgerechnet, wie viel Plastik weltweit bisher hergestellt wurde: Zwischen den frühen 50er-Jahren bis 2015 sind 8,3 Milliarden Tonnen produziert worden.

Davon sind 6,3 Milliarden Tonnen bereits Müll. 9 Prozent des Plastiks wurden recycelt, 12 Prozent verbrannt und knapp 80 Prozent liegen als Abfall auf Mülldeponien oder in der Natur. Bis zum Jahr 2050 rechnen die Forscher mit 12 Milliarden Tonnen Plastikmüll auf Müllhalden und der Umwelt. Das ist das 35 000-fache Gewicht des Empire State Building.

Quelle: Studie „Production, use, and fate of all plastics ever made“, University of Georgia.

Weniger verschwenden, mehr recyceln

…hat der Bundestag beschlossen und will nun die Pfandpflicht in Deutschland ausweiten. Das neue Verpackungsgesetz tritt ab 1. Januar 2019 in Kraft. Verbraucher werden dann den Einwegaufschlag von 25 Cent auf eine größere Anzahl Getränke zahlen müssen; etwa auf kohlensäurehaltige Nektare oder Mischgetränke mit einem Molkeanteil von mindestens 50 Prozent. Von der Pfandpflicht ausgenommen sind zunächst Wein, Milchkartons und Saftflaschen. Außerdem sieht der Bundesrat eine neue Kennzeichnungspflicht für Getränkeverkäufer vor: Schilder am Getränkeregal sollen Verbraucher besser darüber informieren, ob es sich um Mehrweg- oder um Einwegflaschen handelt.

Mit den neuen Gesetzen will das Bundesumweltministerium eine Reduktion von Verpackungsabfällen erreichen. Ziel ist es, die Recycling-Quote für Kunststoffverpackungen bis zum Jahr 2022 von derzeit 36 Prozent auf 63 Prozent anzuheben. Umweltschützern, die seit Jahren für höhere Recyclingstandards kämpfen, geht das neue Verpackungsgesetz allerdings nicht weit genug. Sie fordern härtere Maßnahmen, zum Beispiel Sanktionen für ein Verfehlen der Mehrwegquote oder eine Extrasteuer auf Einweggetränkeverpackungen.