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Weniger Plastikabfall

Kein anderes europäisches Land produziert so viel Verpackungsmüll wie Deutschland. Laut des aktuellen Berichts des Umweltbundesamtes (UBA) liegen wir im Durchschnitt bei 220,5 kg Verpackungsabfall pro Kopf. Im Vergleich dazu liegt der pro-Kopf-Verbrauch in der EU bei 167,3 kg. Hier ein paar Tipps, wie wir es schaffen, weniger Plastikmüll zu produzieren.

  • Verzichte auf Plastikstrohhalme. Weltweit werden jeden Tag vier Milliarden Strohhalme weggeworfen. Die EU will die Umweltsünder gänzlich abschaffen. Mittlerweile gibt es wiederverwertbare Alternativen aus Bambus, Glas und Metall.
  • Jutebeutel statt Plastik. Wir sollten immer mit einer Tasche ausgerüstet einkaufen gehen. Ein kleiner Stoffbeutel passt in jede Jackentasche – und ist auch bei Spontankäufen parat.
  • Eis in der Waffel. Zum Sommer gehört Eis. Wenn du es in der Eisdiele in der Waffel statt im Becher bestellst, tust du was für die Umwelt.
  • Werbung, nein Danke.“ Der Aufkleber auf dem Briefkasten vermeidet nicht nur haufenweise Papiermüll, auch die Plastikverpackung, in die die Werbehefte eingeschweißt sind, wird so gespart.
  • Tupperdose statt eingeschweißte Sandwiches. Unterwegs schnell einen Salat oder das Brötchen in der Plastikverpackung. Leider produziert Essen-to-go Unmengen an Müll. Ab und zu sollten wir das Mittagessen also in einer Tupperdose mitnehmen.
  • Glas statt Plastik. Greife im Supermarkt zu den Glas- statt Plastikvarianten, egal ob bei Wasserflaschen oder dem Joghurtbecher. Aber Achtung, auch das Glasrecycling ist energieaufwendig, daher sollten Nahrungsmittel wenn möglich lose gekauft werden.
  • Auf Coffee-to-go-Becher und Kaffeekapseln verzichten. Kaffeeliebhaber können zuhause einen eigenen Thermobecher füllen, oder ihn einfach ins Café mitnehmen und dort befüllen lassen. Das spart haufenweise Müll.
  • Auf Naturkosmetik setzen: Viele Körperpflegeprodukte und Kosmetika enthalten feste, flüssige und wachsartige Kunststoffe. Achte bei Kauf also darauf, dass die Produkte keine künstliche Polymere, zum Beispiel Polyethylen (PE), Polypropylen (PP) oder auch Nylon, enthalten. Naturkosmetik kommt ganz ohne Plastik aus.

EU geht gegen Plastikmüll vor 

Die EU-Kommission hat dem wachsenden Berg an Plastikmüll den Kampf angesagt. Bis zum Jahr 2030 sollen sämtliche Plastikverpackungen wiederverwertbar werden. Plastik ist mittlerweile zu einer enormen Belastung für die Umwelt, die Weltmeere und den Menschen geworden. Allein die EU produziert jedes Jahr rund 26 Millionen Tonnen Plastikmüll. Davon werden etwa 30 Prozent recycelt. Die restlichen 70 Prozent landen auf dem Müll oder in der Umwelt. Vor allem die Weltmeere sind von der Verschmutzung durch Plastik betroffen. Etwa 142 Millionen Tonnen Plastik sollen darin treiben.

Die EU-Kommission hat nun eine Strategie zur Reduzierung von Plastikmüll und zur Förderung von Recycling vorgestellt. Ziel ist es, sämtliche Plastikverpackungen in Europa bis 2030 komplett recycelbar zu machen. Die entsprechende Forschung wurde bereits mit 250 Millionen Euro unterstützt. Um die Meere besser zu schützen, soll es zudem an Häfen künftig Abfallannahmestellen geben, an denen Schiffe kostenfrei ihren Plastikmüll entsorgen können. Außerdem soll die Verwendung von Mikroplastik-Partikeln in Kosmetika und Waschmitteln verboten werden. Auch über eine Plastiksteuer denkt man in Brüssel nach. Für den Verbraucher bedeuten diese Neuerungen vermutlich höhere Müllentsorgungskosten, denn für das komplette Recycling von Plastik müssten neue Anlagen gebaut werden. Wie hoch die Kosten in Deutschland ausfallen werden, ist noch nicht abzuschätzen.

jeder Deutsche im Schnitt 21,6 Kilo E-Müll produziert?

Damit belegt Deutschland den vierten Platz unter den Top 5 der Verursacher. Nur die USA, China und Japan produzieren noch mehr Elektroschrott — etwa durch alte Computer, Handys, Fernseher und andere Geräte.

Damit der Elektroschrott nicht über den Hausmüll entsorgt wird, müssen Großhändler mit einer Verkaufsfläche von über 400 Quadratmetern seit Juli 2016 alte Elektrogeräte von Kunden zurücknehmen. Je nach Versand- und Lagerfläche gilt das auch für Onlinehändler.

Für die umweltfreundliche Entsorgung von Kleingeräten hat sich das Leipziger Start-up Binee ein Belohnungssystem überlegt. Verbraucher, die alte Handys, Rasierer, Zahnbürsten usw. zu einer Binee-Recycling-Tonne bringen, bekommen Gutscheine von Kooperationspartnern.

Quelle: Global E-Waste Monitor 2014

Plastik in Zahlen

Ein Forscherteam aus den USA hat ausgerechnet, wie viel Plastik weltweit bisher hergestellt wurde: Zwischen den frühen 50er-Jahren bis 2015 sind 8,3 Milliarden Tonnen produziert worden.

Davon sind 6,3 Milliarden Tonnen bereits Müll. 9 Prozent des Plastiks wurden recycelt, 12 Prozent verbrannt und knapp 80 Prozent liegen als Abfall auf Mülldeponien oder in der Natur. Bis zum Jahr 2050 rechnen die Forscher mit 12 Milliarden Tonnen Plastikmüll auf Müllhalden und der Umwelt. Das ist das 35 000-fache Gewicht des Empire State Building.

Quelle: Studie „Production, use, and fate of all plastics ever made“, University of Georgia.

Mülltrennung, aber richtig

Was gehört in die blaue, gelbe, grüne oder schwarze Tonne? Bei der Vielzahl an bunten Mülltonnen verliert man leicht den Überblick. Trotzdem sollten wir uns nicht entmutigen lassen, denn wer richtig trennt, leistet einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz. So erfordert das Einschmelzen von Altglas oder das Recycling von Altpapier weniger Energie als die Herstellung von neuen Produkten.

Hier ein paar Tipps für die richtige Abfalltrennung:

• Papier, Glas, Leichtverpackungen, Bio- und Restmüll gehören auf jeden Fall getrennt.
• Papier, Pappe und Kartons wandern in den blauen Behälter. Tetra-Paks zählen allerdings nicht dazu, die fliegen in die gelbe Tonne. Auch benutzte Küchentücher und Servietten wandern ins Altpapier, dagegen kommen stark verschmutzte Taschentücher am besten in den Restmüll.
• In die gelbe Tonne gehören alle Leichtverpackungen aus Kunststoff oder Metall— also alles, das nicht aus Glas oder Papier ist.
• Verpackungen müssen nicht ausgespült werden, das verbraucht unnötigerweise Wasser.
• Glas, etwa Einwegflaschen oder Konservengläser, gehören in spezielle Altglas-Container. Hier lässt sich meistens nochmal zwischen Grün-, Weiß- oder Braunglas trennen. Blaue Flaschen kommen übrigens ins Grünglas.
• Etiketten aus Papier und Kunststoff dürfen an den Flaschen dranbleiben, Verschlüsse gehören in den gelben Sack.
• Porzellan, Keramik, Trinkgläser (egal welcher Farbe) oder alte Glühbirnen gehören nicht in die Glas-Container, sondern in die schwarze Tonne für Restmüll. Hier landet der nicht verwertbare Hausmüll, darunter Windeln, Zigarettenkippen oder Hygieneartikel.
• Für biologisch abbaubare Abfälle ist die Biotonne zuständig. Dazu gehören Lebensmittelabfälle, verdorbene Nahrungsmittel, Knochen aber auch Kaffeefilter oder Teebeutel.
• Schadstoffe, Elektro- und Metallschrott sowie Bauschutt gehören niemals in den Hausmüll, sondern müssen speziell entsorgt werden. Das gleiche gilt für Batterien.

Fazit: Sorgsame Trennung hilft beim Recycling und schont damit wertvolle Ressourcen, an erster Stelle sollte allerdings immer die Abfallvermeidung stehen.

Valentinstag für Klimafreunde

Der Valentinstag gehört nicht gerade zu den umweltschonendsten Ereignissen im Jahr: Mit rosaroten Geschenken in Herzform, riesigen Pralinenschachteln oder in Zellophan gewickelten und aus der Ferne eingeflogenen Rosen, wollen wir an diesem Tag unsere Liebsten beeindrucken. Wir haben deshalb mal ein paar Ideen für einen nachhaltigen und romantischen Valentinstag gesammelt:
•    Statt des Zellophan-Ungetüms aus dem Supermarkt oder der Tanke, beim Blumenkauf lieber auf Fair-Trade achten oder vielleicht mal eine (Bio)-Pflanze im Topf verschenken. Die hält sich viel länger.
•    Zeit statt Zeug: Verbringt doch mal wieder Zeit zu zweit: Beim gemeinsamen Kochen (mit regionalen Produkten), einem langem Spaziergang in der Natur oder einem netten Abend auf der Couch kommt man sich schnell näher.
•    Für eine romantische Atmosphäre und gedämmtes Licht sorgen LED Kerzen.
•    Selbstgemachte Geschenke sind viel persönlicher und kreativer als alles gekaufte: Ein selbstgebackener Kuchen, ein kleines Fotoalbum mit den schönsten Pärchenmomenten oder ein romantischer Liebesbrief.
•    Wer lieber Elektrogeräte verschenkt, sollte auf die Energieeffizienzklasse achten.
•    Verpacke die Geschenke mit recycelbaren und umweltfreundlichen Materialien und vermeide zuviel Verpackungsmüll.
•    Stoßt mit einem Bio-Champagner an, oder schaut euch bei einem Glas Bio-Wein tief in die Augen.
•    Bio steckt nicht nur in Lebensmitteln, sondern gibt es mittlerweile in allen Variationen: Verbringt den Tag im Bio-Wellnesshotel oder esst im Bio-Restaurant. Verschenke doch Bio-Kosmetik, Bio-Unterwäsche oder Bio-Schmuck.

Wir wünschen auf jeden Fall einen romantischen Valentinstag!

Alte Handys gehören nicht auf den Müll.

Smartphones – Schwer entsorgbar 

Leider können bislang nur sehr wenige Stoffe aus einem Smartphone recycelt werden. So berichtet das Technik-Magazin Motherboard, dass von etwa 50 verbauten Elementen nur rund ein Dutzend wiederverwertet werden. Das ist bedauerlich, bedenkt man, dass ein Teil der Rohstoffe, aus zentralafrikanischen Krisenregionen stammen, und der Abbau oftmals unter furchtbaren Bedingungen für Mensch und Umwelt geschieht. Die sogenannten „Krisenmetalle“ und Seltenen Erden sind allerdings in so geringen Mengen in den Handys enthalten, dass die Rückgewinnung enorm aufwändig ist und sich daher nicht lohnt. Zudem enthalten die Smartphones viele giftigen Substanzen wie Arsen, Blei oder Quecksilber.

Da ein umfassendes Recycling nicht möglich ist, werden Smartphones üblicherweise repariert, aufbereitet und weiter verwendet.  Besonders langlebig sind die modernen Handys aber nicht: Laut Öko-Institut hat ein Smartphone eine durchschnittliche Lebensdauer von gerade einmal 2,5 Jahren.

Übrigens:  Rund 90 Millionen Handys schlummern ausrangiert in Deutschlands Schubladen. Diese enthalten rund 2 Tonnen Gold!

Was versteht man eigentlich unter Upcycling?

Den Begriff „Recycling“ kennt jeder. Doch was genau versteht man unter Upcycling?
Auch bei dieser Form des Recyclings geht es vordergründig um die Vermeidung von Müll. Beim Upcycling werden vermeintlich nutzlose Gegenstände und Abfälle für die Herstellung neuer Produkte verwendet. Konkret heißt das: Der alte Fahrradreifen wird zur schicken Handtasche, der Airbag zum trendy Regenmantel oder das Ölfass zum neuen Designer-Couchtisch. Beim Upcycling sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Im Vergleich zum Recycling ist beim Upcycling bei der Herstellung neuer Produkte auch ein geringerer Energieaufwand nötig. Und da alte Materialien eine Aufwertung erfahren, geht auch keine Qualität verloren – ganz im Gegenteil.
Mittlerweile gibt es viele Online-Shops, die Upcycling-Handarbeiten anbieten. Wer selbst kreativ werden möchte, kann sich auf Trödelmärkten, in Kunstmuseen oder auf Internet-Seiten Inspiration holen.

Alte Geräte enthalten wertvolle Metalle.

Elektroschrott: Recycling spart Energie

Elektroschrott sollte unbedingt auf dem Recyclinghof abgegeben werden, denn die ausrangierten Kühlschränke, Fernseher, Handys und Co enthalten zum Teil noch wertvolle Metalle.

Aluminium, Kupfer und Zink können beispielsweise zu fast 100 Prozent wiederverwertet werden. Bei Kupfer erfordert das Recyling nur etwa halb so viel Energie wie seine Gewinnung aus Kupfererz. Neben der Energieeinsparung reduziert die Wiederverwertung zudem den Kohlendioxidausstoß und schont kostbare Ressourcen.

Verbraucher können auf der Grundlage des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes seit 2006 ihre alten Elektro- und Elektronikgeräte kostenlos bei den kommunalen Sammelstellen abgeben. Hersteller müssen die Geräte dort abholen und entweder wiederverwenden oder entsorgen lassen. Im Schnitt bringt jeder Deutsche jährlich rund acht Kilo Elektroschrott zum Recyclinghof.