Schlagwort-Archiv: Plastikmüll

Umweltfreundlicher Schulstart

Nach dem Sommer geht die Schule wieder los. Auch im Schulalltag lässt sich viel für die Umwelt tun.

  • Einen umweltfreundlichen Schulranzen, der keine Schadstoffe enthält und dazu noch alle Ansprüche an die Sicherheit erfüllt, ist nicht so einfach zu finden. Ökotest untersuchte im Jahr 2017 zahlreiche Ranzen und kann bei der Recherche helfen.
  • Recyclinghefte lassen sich inzwischen genauso gut beschreiben wie jene aus herkömmlichem Papier. Für ihre Herstellung muss allerdings kein Baum gefällt werden, und auch der Wasser- und der Energieverbrauch fallen sehr viel geringer aus.
  • Papierprodukte, die mit dem Blauen Engel ausgezeichnet sind garantieren zusätzlich, dass bei der Produktion keine giftigen Chemikalien verwendet worden sind.
  • Bei Heftschonern sollte statt auf Plastikeinbände auf umweltfreundliche Alternativen zurückgegriffen werden. Schutzhüllen können aus Recyclingpapier gebastelt oder aus Stoffresten selbst genäht werden.
  • Frühstück, das in einer Brotdose transportiert wird, statt in Papier oder Folie eingewickelt zu sein, vermeidet unnötigen Müll.
  • Auch das Getränk sollte morgens in eine Trinkflasche (ohne Weichmacher) abgefüllt werden, die immer wieder gereinigt und benutzen werden kann.
  • Wie weit ist eigentlich der Schulweg? Viele Eltern bringen ihre Kinder aus Bequemlichkeit mit dem Auto zur Schule, obwohl der Weg gar nicht weit ist. Umweltfreundlicher ist es, zu Fuß zu gehen oder mit dem Fahrrad zu fahren! Ist die Schule zu weit entfernt, kann man den Bus oder die Bahn nehmen.

Weniger Plastikabfall

Kein anderes europäisches Land produziert so viel Verpackungsmüll wie Deutschland. Laut des aktuellen Berichts des Umweltbundesamtes (UBA) liegen wir im Durchschnitt bei 220,5 kg Verpackungsabfall pro Kopf. Im Vergleich dazu liegt der pro-Kopf-Verbrauch in der EU bei 167,3 kg. Hier ein paar Tipps, wie wir es schaffen, weniger Plastikmüll zu produzieren.

  • Verzichte auf Plastikstrohhalme. Weltweit werden jeden Tag vier Milliarden Strohhalme weggeworfen. Die EU will die Umweltsünder gänzlich abschaffen. Mittlerweile gibt es wiederverwertbare Alternativen aus Bambus, Glas und Metall.
  • Jutebeutel statt Plastik. Wir sollten immer mit einer Tasche ausgerüstet einkaufen gehen. Ein kleiner Stoffbeutel passt in jede Jackentasche – und ist auch bei Spontankäufen parat.
  • Eis in der Waffel. Zum Sommer gehört Eis. Wenn du es in der Eisdiele in der Waffel statt im Becher bestellst, tust du was für die Umwelt.
  • Werbung, nein Danke.“ Der Aufkleber auf dem Briefkasten vermeidet nicht nur haufenweise Papiermüll, auch die Plastikverpackung, in die die Werbehefte eingeschweißt sind, wird so gespart.
  • Tupperdose statt eingeschweißte Sandwiches. Unterwegs schnell einen Salat oder das Brötchen in der Plastikverpackung. Leider produziert Essen-to-go Unmengen an Müll. Ab und zu sollten wir das Mittagessen also in einer Tupperdose mitnehmen.
  • Glas statt Plastik. Greife im Supermarkt zu den Glas- statt Plastikvarianten, egal ob bei Wasserflaschen oder dem Joghurtbecher. Aber Achtung, auch das Glasrecycling ist energieaufwendig, daher sollten Nahrungsmittel wenn möglich lose gekauft werden.
  • Auf Coffee-to-go-Becher und Kaffeekapseln verzichten. Kaffeeliebhaber können zuhause einen eigenen Thermobecher füllen, oder ihn einfach ins Café mitnehmen und dort befüllen lassen. Das spart haufenweise Müll.
  • Auf Naturkosmetik setzen: Viele Körperpflegeprodukte und Kosmetika enthalten feste, flüssige und wachsartige Kunststoffe. Achte bei Kauf also darauf, dass die Produkte keine künstliche Polymere, zum Beispiel Polyethylen (PE), Polypropylen (PP) oder auch Nylon, enthalten. Naturkosmetik kommt ganz ohne Plastik aus.

Nachhaltig im Urlaub

Sommerzeit ist Urlaubszeit. Dass wir Deutschen gerne fremde Länder bereisen, ist bekannt. Leider sind wir nicht besonders umweltfreundliche Touristen. Laut einer neuen Studie der Universität Sydney belegen wir bei den CO2-Emissionen nach den USA und China den dritten Platz.

Dabei lässt sich der Urlaub ganz einfach nachhaltig gestalten. Hier ein paar Tipps:

  • Das Zuhause bitte umweltfreundlich verlassen. Soll heißen Licht aus, alle Stecker aus der Steckdose ziehen und die Heizung ausschalten. Wer länger als zwei Wochen unterwegs ist, kann auch den Kühlschrank enteisen und abschalten.
  • Umweltschonendes Kofferpacken bedeutet, dass man so wenig wie möglich mitnimmt. Ein leichteres Flugzeug produziert weniger C02 und meistens bleiben viele Klamotten sowieso ungetragen im Koffer.
  • Füllt die Pflegeartikel in Reisegröße lieber immer wieder auf, statt neue zu kaufen. Das vermeidet Plastikmüll.
  • Regionaler Urlaub ist natürlich viel besser für die Umwelt als Kreuzfahrten oder Fernreisen. Wer aber aufs Fliegen nicht verzichten will, hat bei vielen Reiseveranstaltern die Möglichkeit zur Kompensation, indem er bei der Buchung des Tickets gleich Geld für Klimaschutzprojekte spendet. Seriöse Kompensationsanbieter erkennt man am Gold-Standard-Siegel.
  • Bahn, Bus oder Carpooling-Plattformen zur Bildung von Fahrgemeinschaften sind eine umweltfreundlichere Alternative zum Flieger. Außerdem sieht man auf der Reise noch etwas von der Landschaft im Urlaubsland und kann nette Leute kennenlernen.
  • Echte Öko-Touristen achten bei der Auswahl ihres Hotels auf Zertifikate für Umweltfreundlichkeit.
  • In der Unterkunft sollte die Klimaanlage nicht auf vollen Touren laufen und auch nur eingeschaltet werden, wenn man sich im Zimmer befindet.
  • Wer die Handtücher im Hotel öfter als nur einmal benutzt, leistet auch schon einen kleinen Beitrag zum Umweltschutz.
  • Achte auch bei den Lebensmitteln im Urlaub auf regionale und saisonale Produkte, die nicht eingeflogen werden müssen.
  • Der Urlaubsort lässt sich mit dem Fahrrad umweltfreundlicher erkunden als mit dem Mietwagen.
  • So, und jetzt einen schönen Urlaub!

die Deutschen Europameister im Mülltrennen sind?

Deutschland hat in Sachen Mülltrennung die Nase vorn. Nirgendwo in Europa wird so viel Recycling betrieben wie bei uns: Im Schnitt 415 Kilogramm Wertstoffe jährlich führt jeder Deutsche der Wiederverwertung zu. Gefolgt werden wir von der Schweiz (382 Kilogramm) und Dänemark (372 Kilogramm).

Bleiben noch rund 213 Kilogramm Restmüll jährlich, den die Deutschen pro Kopf laut des Hamburgischen Wirtschaftsinstituts produzieren. Damit haben wir zwar ein relativ hohes gesamtes Müllaufkommen, da wir aber vergleichsweise viel recyceln, gehen zumindest weniger Ressourcen endgültig verloren, so das HWWI.

Quelle: Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO und Hamburgisches Weltwirtschaftsinstitut (HWWI)

Neuer Trend: Plogging

„Plogging“ – eine Kombination aus Jogging und „plocka“, schwedisch für  „aufheben“ – ist eine Laufbewegung aus Schweden, die sich für die Umwelt stark macht. Ploggerinnen und Plogger sammeln während ihres Trainings Müll auf. Dadurch schlagen sie zwei Fliegen mit einer Klappe: Durch das Laufen und das Bücken nach Plastikmüll, werden nicht nur zahlreiche Muskeln im Körper trainiert, auch unsere Straßen werden sauberer. In Schweden gibt es mittlerweile schon 80 solcher Sportveranstaltungen, aber auch Deutschland, Mexiko, Indien oder Amerika ziehen nach.

Man muss allerdings nicht extra auf ein Event warten, um Plogger zu werden. Jeder, der Joggingschuhe besitzt und mit Müllbeutel und Handschuhen ausgerüstet ist, kann loslegen.

EU geht gegen Plastikmüll vor 

Die EU-Kommission hat dem wachsenden Berg an Plastikmüll den Kampf angesagt. Bis zum Jahr 2030 sollen sämtliche Plastikverpackungen wiederverwertbar werden. Plastik ist mittlerweile zu einer enormen Belastung für die Umwelt, die Weltmeere und den Menschen geworden. Allein die EU produziert jedes Jahr rund 26 Millionen Tonnen Plastikmüll. Davon werden etwa 30 Prozent recycelt. Die restlichen 70 Prozent landen auf dem Müll oder in der Umwelt. Vor allem die Weltmeere sind von der Verschmutzung durch Plastik betroffen. Etwa 142 Millionen Tonnen Plastik sollen darin treiben.

Die EU-Kommission hat nun eine Strategie zur Reduzierung von Plastikmüll und zur Förderung von Recycling vorgestellt. Ziel ist es, sämtliche Plastikverpackungen in Europa bis 2030 komplett recycelbar zu machen. Die entsprechende Forschung wurde bereits mit 250 Millionen Euro unterstützt. Um die Meere besser zu schützen, soll es zudem an Häfen künftig Abfallannahmestellen geben, an denen Schiffe kostenfrei ihren Plastikmüll entsorgen können. Außerdem soll die Verwendung von Mikroplastik-Partikeln in Kosmetika und Waschmitteln verboten werden. Auch über eine Plastiksteuer denkt man in Brüssel nach. Für den Verbraucher bedeuten diese Neuerungen vermutlich höhere Müllentsorgungskosten, denn für das komplette Recycling von Plastik müssten neue Anlagen gebaut werden. Wie hoch die Kosten in Deutschland ausfallen werden, ist noch nicht abzuschätzen.

Trinkwasser kostenlos auffüllen

Mindestens 1,5 Liter Wasser sollen wir täglich trinken, so lautet die Empfehlung der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung). Doch mit jeder gekauften Plastikflasche entsteht auch jede Menge Müll. Die Umweltkampagne „Refill“ ruft  daher dazu auf, auf wiederverwendbare Trinkflaschen zurückzugreifen, um Plastikmüll zu vermeiden.

Die Idee: In Geschäften, Restaurants und Cafés können mitgebrachte Flaschen kostenlos mit Trinkwasser abgefüllt werden. Das Prinzip ähnelt der Kaffee-Initiative, die den Abfall durch Einwegbecher reduzieren will.

Refill-Stationen gibt es mittlerweile in 51 deutschen Städten. Teilnehmende Geschäfte erkennt man an dem Aufkleber im Schaufenster. Eine Refill-Karte hilft außerdem bei der Suche nach Auffüll-Stationen. Wer sein Geschäft zur Refill-Station machen möchte, kann sich hier einen Aufkleber und die nötigen Infos besorgen.  

Trinkflaschen für unterwegs

Gerade im Sommer sollten wir darauf achten ausreichend zu trinken. Unterwegs sind wieder befüllbare Trinkflaschen umweltfreundlicher als Einwegflaschen, deren Produktion und Recycling sehr energieaufwendig ist, und die mehr Müll produzieren.

Wer sich eine gute Trinkflasche für unterwegs zulegen möchte, sollte darauf achten, dass sie auslaufsicher, leicht und spülmaschinenfest ist. Vor allem aber sollte sie keine gesundheitsschädlichen Stoffe enthalten, wie etwa Bisphenol A (BPA). Diese Chemikalie wird häufig bei der Herstellung von Plastikflaschen (z.B. PET-Einwegflaschen) verwendet. Daher sollte man PET-Flaschen aus dem Supermarkt möglichst meiden, denn je länger sich Getränke in der Flasche befinden, desto mehr schädliche Stoffe können abgegeben werden.

BPA-freie Trinkflaschen sind meist aus Edelstahl, Glas oder auch aus gekennzeichnet Bisphenol-A-freien Kunststoffen wie Tritan. Diese Materialien sind geschmacksneutral, wärmebeständig, stabil und spülmaschinenfest. Allerdings haben Glasflaschen ein verhältnismäßig hohes Gewicht und Edelstahl eignet sich nicht für Menschen mit schweren Nickelallergien. Aus ökologischer Sicht schneiden die beide Materialien jedoch besser ab, als der Kunststoff Tritan, da sie besser wiederverwertbar sind.

Plastik in Zahlen

Ein Forscherteam aus den USA hat ausgerechnet, wie viel Plastik weltweit bisher hergestellt wurde: Zwischen den frühen 50er-Jahren bis 2015 sind 8,3 Milliarden Tonnen produziert worden.

Davon sind 6,3 Milliarden Tonnen bereits Müll. 9 Prozent des Plastiks wurden recycelt, 12 Prozent verbrannt und knapp 80 Prozent liegen als Abfall auf Mülldeponien oder in der Natur. Bis zum Jahr 2050 rechnen die Forscher mit 12 Milliarden Tonnen Plastikmüll auf Müllhalden und der Umwelt. Das ist das 35 000-fache Gewicht des Empire State Building.

Quelle: Studie „Production, use, and fate of all plastics ever made“, University of Georgia.

…die weltweit höchste Mülldichte auf einer unbewohnten Insel herrscht?

38 Millionen Plastikteile liegen auf dem zehn Kilometer langen Strand von Henderson Island. Dabei ist die Insel im Südpazifik gerade mal 37 Quadratmeter groß. Forscher der Universität von Tasmanien haben den Müll kürzlich entdeckt und gezählt.

Henderson Island ist Unesco-Weltnaturerbe und liegt zwischen Neuseeland und Chile. Das Kuriose:  Die Koralleninsel ist unbewohnt. Zumindest wohnen hier keine Menschen, aber viele Pflanzen und Tierarten. Auch in einem Umkreis von 5000 Kilometern gibt es keine größeren Wohngebiete. Woher kommt also der ganze Abfall? Die Forscher nennen verschiedene Gründe für die Müllmassen: Verantwortlich seien unter anderem die Meeresströmungen sowie die Wetterbedingungen und – nicht zuletzt – die Tatsache, dass  jedes Jahr etwa 8 Millionen Tonnen Plastik im Meer landen.