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Eine Insel für die Sonne

Einige hundert Kilometer östlich von Australien im Südpazifik liegt die kleine Insel Taʻū. Bis vor Kurzem nutzten deren knapp 800 Bewohner noch Dieselgeneratoren zur Erzeugung von Energie. Der Treibstoff wurde regelmäßig mit Schiffen angeliefert.

Aus Gründen des Umweltschutzes und für mehr Energieautarkie der Bewohner hat der kalifornische Photovoltaik-Hersteller SolarCity in Zusammenarbeit mit dem US-Unternehmen Tesla nun eine nachhaltigere Form der Energieversorgung auf der Insel in Amerikanisch-Samoa aufgebaut. Auf einer Fläche von 1,4 Hektar wurden rund 5.300 Solarpanels installiert, die 1,4 MW Leistung liefern sollen. Darüber hinaus sorgen 60 sogenannte Powerpacks dafür, dass überschüssige Sonnenenergie gespeichert wird. Sieben Stunden Sonnenlicht reichen aus, um die Speichermodule aufzuladen und die Energie bei Bedarf wieder abzugeben. Mit den Powerpacks könnten die Einheimischen drei Tage ohne Sonne überstehen. Allerdings muss sich die Pazifikinsel kaum Sorgen über schlechtes Wetter machen.

Rund ein Jahr haben die Arbeiten an dem Solarkraftwerk gedauert. Durch das neue Energiesystem sollen etwa 500.000 Liter Diesel im Jahr eingespart werden – ein Segen für die Umwelt und den Geldbeutel der Taʻū-Bewohner.

Die Fotovoltaik-Paneele sind nur sieben Millimeter dick.

Effizienter Straßenbelag

Frankreich will in den nächsten fünf Jahren rund 1.000 Kilometer seiner Straßen mit Photovoltaik „pflastern“, kündigte kürzlich Umweltministerin Ségolène Royal an. Damit könnten fünf Millionen Franzosen – also etwa acht Prozent der Landesbevölkerung – mit Strom aus Sonnenenergie versorgt werden.
Bereits seit 2011 arbeitet das nationale Institut für Solarenergie mit dem Bauunternehmen Colas an der Entwicklung der Solarzellen-Technologie „Wattway“.
Obwohl die Photovoltaik-Paneele nur sieben Millimeter dick sind, sollen sie allen Witterungsverhältnissen und vor allem der hohen Belastung durch Lkws und Autos standhalten. Colas hat berechnet, dass die Straßen durchschnittlich nur etwa 10 Prozent der Tageszeit von Fahrzeugen befahren werden. Die restliche Zeit über könnten sie Strom erzeugen – vorausgesetzt die Sonne scheint. Die Solar-Module können ohne aufwendige Aufrissarbeiten direkt auf den Straßenbelag aufgetragen werden.
Laut Hersteller werden rund 20 Quadratmeter Solarfläche benötigt, um einen Single-Haushalt mit ausreichend Strom zu versorgen. Im Frühjahr diesen Jahres will Frankreich mit den ersten Tests beginnen. Wo begonnen wird und wie viel die Installationen kosten werden, ist noch nicht raus.

Bildquelle: Colas