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Energieeffiziente Fangtechnik

Hätten Sie gewusst, dass eine fleischfressende Pflanze die Energie von Regentropfen nutzt, um ihre Beute ins Maul zu katapultieren?

Die fleischfressende Nepenthes gracilis von der Insel Borneo nutzt gezielt die Energie von Regentropfen, um Insekten mithilfe eines Trampolin-Effekts zu fangen. Der funktioniert so:
Die Blätter der Pflanze haben die Form von Kannen, an deren Öffnungen sich Nektardrüsen befinden. Beim Versuch an den süßen Saft zu gelangen, werden die angelockten Insekten in einen Kelch mit Verdauungsflüssigkeit geschubst. Als Trampolin fungiert dabei eine Art Baldachin, der sich über die Kannenöffnung spannt.
Lange Zeit galt diese Abdeckung als Regenschutz. Doch Forscher der University of Bristol in England beobachteten, wie Insekten, die sich unter dem Baldachin niederlassen geradezu in die Falle katapultiert werden. Der Baldachin schwingt beim Aufprall eines Regentropfens also nicht etwa zufällig, sondern verpasst dem Insekt gezielt einen Schubs in die Kanne.
Neu für die Forscher ist die Tatsache, dass die Kannenpflanze bei ihrer Jagd eine externe Energiequelle nutzt. Während andere fleischfressende Pflanzen wie die Venusfliegenfalle für schnelle Bewegungen Kraft aufwenden muss, braucht die Nepenthes gracilis keine Energie, an ihre Beute zu gelangen.

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Bildquelle: Wikipedia, Author: Bauer et al.