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Erneuerbare 38 Prozent unseres Stromverbrauchs decken?

Erneuerbare Energien sind auf der Überholspur. In den ersten drei Quartalen dieses Jahres konnten sie fast 40 Prozent unseres Bruttostromverbrauchs decken. Das ist ein Anstieg von drei Prozent zum Vorjahreszeitraum. Grund dafür sind die guten Wetterbedingungen, so hatten wir in mehreren Monaten ein starkes Windaufkommen und besonders viele sonnige Tage.

Insgesamt 170 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) Strom aus Sonne, Wind und anderen regenerativen Quellen wurden in den ersten drei Quartalen 2018 erzeugt. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr waren es im gleichen Zeitraum noch 155,5 Mrd. kWh. Die Stromerzeugung aus Braun- und Steinkohle nimmt dagegen stetig ab. In diesem Jahr lag sie sie bei 172 Mrd. kWh und damit um sieben Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums von 184 Mrd. kWh..

Quelle: bdew

Erneuerbare haben die Nase vorn

Zum ersten Mal seit ihrer Förderung haben die erneuerbaren Energien bei der Stromerzeugung die Braun- und Steinkohle überholt. Laut der aktuellen Zahlen des BDEW lieferten die Erneuerbaren im ersten Halbjahr 2018 fast 118 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom, das ist ein Anstieg um 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (1. Halbjahr 2017: 107 Milliarden kWh). Damit tragen regenerativen Energien mittlerweile zu rund 36 Prozent der Stromerzeugung bei.

Im Vergleich dazu ist die Stromerzeugung aus Braun- und Steinkohle von 127 Milliarden im Vorjahr auf etwa 114 Milliarden kWh gesunken. Kohlekraftwerke zählen zu den größten Verursachern von Umweltschäden in Deutschland. Bei der Umwandlung von Kohle in Energie werden neben großen Mengen des klimaschädlichen Kohlenstoffdioxids auch andere Schadstoffe wie Schwefeldioxid, Stickoxide, Kohlenmonoxid, Quecksilber oder Arsen freigesetzt. Zudem hat der Abbau von Kohle gravierende Konsequenzen für die Umwelt.

Dagegen leisten die regenerativen Energien, die zum Beispiel aus Wind- und Sonnenenergie gewonnen werden, einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz, weil sie aus nachhaltigen Quellen geschöpft werden.

Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist ein Grundpfeiler der Energiewende. Die Bundesregierung hat sich international dazu verpflichtet, bis 2020 den Ausstoß von Treibhausgasen um 40 Prozent zu reduzieren. Insgesamt sollen die erneuerbaren Energien 40 bis 45 Prozent der Stromerzeugung im Jahr 2025 übernehmen, bis 2050 sogar 80 Prozent. Grundlage für den Ausbau der Erneuerbaren Energien ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz.

Ökostrom zieht an

In Deutschland wird fleißig Strom aus erneuerbaren Energien produziert:  Rund 1,5 Millionen Anlagen zur Erzeugung von Ökostrom stehen bereit. Die Solarenergie, mit etwa 1,4 Millionen Anlagen, belegt dabei unangefochten den ersten Platz, gefolgt von rund 23.000 Windenergieanlagen an Land und etwa 13.600 Anlagen zur Herstellung von Biomasse.

Bayern ist das Bundesland mit den meisten Ökostromanlagen (473.274), dahinter  kommen Baden Württemberg (270.441) und Nordrhein-Westfalen (215.824).  Jedoch wird in Niedersachsen der größte Anteil an Ökostrom produziert: etwa 23 Mrd. kWh grünen Strom erzeugte das Bundesland mit seinen leistungsstarken Onshore-Windanlagen in 2013. Bayern, das den zweiten Platz belegt, kam im selben Jahr auf 20,5 Mrd. kWh grünen Strom, Nordrhein-Westfalen auf 13,3 Mrd. kWh.

Die erneuerbare Energien haben damit einen stark wachsenden Anteil an der Stromerzeugung.
Damit die Integration des Ökostroms in das Gesamtsystem künftig besser funktioniert, ist allerdings  noch einiges zu tun. Beispielsweise müssen konventionelle Reserve-Kapazitäten sichergestellt werden, für Zeiten, in denen zu wenig grüner Strom fließt. Vor allem muss aber der Ausbau von Stromnetzen erfolgen.

Quelle: BDEW