Kategorie-Archiv: Umwelt

Umweltbundesamt will Fußverkehr stärken

Zu Fuß gehen entlastet die Umwelt und ist gut für die Gesundheit. Nun will das Umweltbundesamt diese Fortbewegungsmöglichkeit fördern und ruft dazu auf, häufiger zu Fuß zu gehen.

Auf dem Fußverkehrskongress in Berlin wurde zu diesem Zweck bereits ein Strategiepapier vorgestellt. Um die Deutschen zu mehr Fußgängen zu animieren, soll der Fußverkehr sicherer und barrierefreier werden. Dafür soll es künftig breitere Gehwege und kürzere Wartezeiten an Ampeln geben. Dagegen soll für Autofahrer in den Städten Tempo 30 flächendeckend eingeführt werden und Falschparker sollen mit höheren Bußgeldern zur Kasse gebeten werden.

Wer sein Auto öfter stehen lässt, schone nicht nur die Umwelt, sondern spare Geld und tue was für seine Gesundheit, so das Umweltbundesamt. Bis 2030 will die Behörde mit der Fußverkehrsstrategie die Zahl der Fußgänger von derzeit etwa 27 Prozent in den Städten auf 41 Prozent erhöhen.

Neuseeland pflanzt 1 Milliarde Bäume

Neuseeland hat ein ehrgeiziges Klimaziel: Bis zum Jahr 2050 sollen sämtliche schädlichen Emissionen, die das Land verursacht, gleich wieder abgebaut werden. Zu diesem Zweck sollen in den nächsten Jahren 1 Milliarde Bäume gepflanzt werden. Für das „Billion Tree Program“ hat die neuseeländische Regierung bereits 485 Millionen Dollar für die kommenden drei Jahre bewilligt.

Bäume sind so wichtig, weil sie Sauerstoff produzieren, Schadstoffe aus Luft, Boden und Wasser filtern, und Tieren und Pflanzen als Nahrungsquelle und Lebensraum dienen. Ein weiterer Vorteil des neuseeländischen Aufforstungsprojekts: Das Pflanzen und Pflegen der Bäume wird rund 1.000 neue Arbeitsplätze schaffen.

Erneuerbare haben die Nase vorn

Zum ersten Mal seit ihrer Förderung haben die erneuerbaren Energien bei der Stromerzeugung die Braun- und Steinkohle überholt. Laut der aktuellen Zahlen des BDEW lieferten die Erneuerbaren im ersten Halbjahr 2018 fast 118 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom, das ist ein Anstieg um 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (1. Halbjahr 2017: 107 Milliarden kWh). Damit tragen regenerativen Energien mittlerweile zu rund 36 Prozent der Stromerzeugung bei.

Im Vergleich dazu ist die Stromerzeugung aus Braun- und Steinkohle von 127 Milliarden im Vorjahr auf etwa 114 Milliarden kWh gesunken. Kohlekraftwerke zählen zu den größten Verursachern von Umweltschäden in Deutschland. Bei der Umwandlung von Kohle in Energie werden neben großen Mengen des klimaschädlichen Kohlenstoffdioxids auch andere Schadstoffe wie Schwefeldioxid, Stickoxide, Kohlenmonoxid, Quecksilber oder Arsen freigesetzt. Zudem hat der Abbau von Kohle gravierende Konsequenzen für die Umwelt.

Dagegen leisten die regenerativen Energien, die zum Beispiel aus Wind- und Sonnenenergie gewonnen werden, einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz, weil sie aus nachhaltigen Quellen geschöpft werden.

Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist ein Grundpfeiler der Energiewende. Die Bundesregierung hat sich international dazu verpflichtet, bis 2020 den Ausstoß von Treibhausgasen um 40 Prozent zu reduzieren. Insgesamt sollen die erneuerbaren Energien 40 bis 45 Prozent der Stromerzeugung im Jahr 2025 übernehmen, bis 2050 sogar 80 Prozent. Grundlage für den Ausbau der Erneuerbaren Energien ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz.

Umweltfreundlicher Schulstart

Nach dem Sommer geht die Schule wieder los. Auch im Schulalltag lässt sich viel für die Umwelt tun.

  • Einen umweltfreundlichen Schulranzen, der keine Schadstoffe enthält und dazu noch alle Ansprüche an die Sicherheit erfüllt, ist nicht so einfach zu finden. Ökotest untersuchte im Jahr 2017 zahlreiche Ranzen und kann bei der Recherche helfen.
  • Recyclinghefte lassen sich inzwischen genauso gut beschreiben wie jene aus herkömmlichem Papier. Für ihre Herstellung muss allerdings kein Baum gefällt werden, und auch der Wasser- und der Energieverbrauch fallen sehr viel geringer aus.
  • Papierprodukte, die mit dem Blauen Engel ausgezeichnet sind garantieren zusätzlich, dass bei der Produktion keine giftigen Chemikalien verwendet worden sind.
  • Bei Heftschonern sollte statt auf Plastikeinbände auf umweltfreundliche Alternativen zurückgegriffen werden. Schutzhüllen können aus Recyclingpapier gebastelt oder aus Stoffresten selbst genäht werden.
  • Frühstück, das in einer Brotdose transportiert wird, statt in Papier oder Folie eingewickelt zu sein, vermeidet unnötigen Müll.
  • Auch das Getränk sollte morgens in eine Trinkflasche (ohne Weichmacher) abgefüllt werden, die immer wieder gereinigt und benutzen werden kann.
  • Wie weit ist eigentlich der Schulweg? Viele Eltern bringen ihre Kinder aus Bequemlichkeit mit dem Auto zur Schule, obwohl der Weg gar nicht weit ist. Umweltfreundlicher ist es, zu Fuß zu gehen oder mit dem Fahrrad zu fahren! Ist die Schule zu weit entfernt, kann man den Bus oder die Bahn nehmen.

Weniger Plastikabfall

Kein anderes europäisches Land produziert so viel Verpackungsmüll wie Deutschland. Laut des aktuellen Berichts des Umweltbundesamtes (UBA) liegen wir im Durchschnitt bei 220,5 kg Verpackungsabfall pro Kopf. Im Vergleich dazu liegt der pro-Kopf-Verbrauch in der EU bei 167,3 kg. Hier ein paar Tipps, wie wir es schaffen, weniger Plastikmüll zu produzieren.

  • Verzichte auf Plastikstrohhalme. Weltweit werden jeden Tag vier Milliarden Strohhalme weggeworfen. Die EU will die Umweltsünder gänzlich abschaffen. Mittlerweile gibt es wiederverwertbare Alternativen aus Bambus, Glas und Metall.
  • Jutebeutel statt Plastik. Wir sollten immer mit einer Tasche ausgerüstet einkaufen gehen. Ein kleiner Stoffbeutel passt in jede Jackentasche – und ist auch bei Spontankäufen parat.
  • Eis in der Waffel. Zum Sommer gehört Eis. Wenn du es in der Eisdiele in der Waffel statt im Becher bestellst, tust du was für die Umwelt.
  • Werbung, nein Danke.“ Der Aufkleber auf dem Briefkasten vermeidet nicht nur haufenweise Papiermüll, auch die Plastikverpackung, in die die Werbehefte eingeschweißt sind, wird so gespart.
  • Tupperdose statt eingeschweißte Sandwiches. Unterwegs schnell einen Salat oder das Brötchen in der Plastikverpackung. Leider produziert Essen-to-go Unmengen an Müll. Ab und zu sollten wir das Mittagessen also in einer Tupperdose mitnehmen.
  • Glas statt Plastik. Greife im Supermarkt zu den Glas- statt Plastikvarianten, egal ob bei Wasserflaschen oder dem Joghurtbecher. Aber Achtung, auch das Glasrecycling ist energieaufwendig, daher sollten Nahrungsmittel wenn möglich lose gekauft werden.
  • Auf Coffee-to-go-Becher und Kaffeekapseln verzichten. Kaffeeliebhaber können zuhause einen eigenen Thermobecher füllen, oder ihn einfach ins Café mitnehmen und dort befüllen lassen. Das spart haufenweise Müll.
  • Auf Naturkosmetik setzen: Viele Körperpflegeprodukte und Kosmetika enthalten feste, flüssige und wachsartige Kunststoffe. Achte bei Kauf also darauf, dass die Produkte keine künstliche Polymere, zum Beispiel Polyethylen (PE), Polypropylen (PP) oder auch Nylon, enthalten. Naturkosmetik kommt ganz ohne Plastik aus.

Mit Kompensationsanbietern den klimatischen Fußabdruck  ausgleichen

So schön das Erkunden fremder Länder auch ist, Flugreisen schädigen die Umwelt. Flugzeuge gehören neben Autos und Kohlekraftwerken zu den größten Produzenten von Treibhausgasen. Wer auf Flugreisen nicht verzichten kann, aber trotzdem das Klima schonen will, kann nach der Buchung des Tickets bei Kompensationsanbietern wie Atmosfair und Myclimate oder direkt bei der Fluggesellschaft Geld für Klimaschutzprojekte spenden. Der entsprechende Beitrag, um die entstandenen Treibhausgasemissionen anderweitig auszugleichen, richtet sich nach Kriterien wie Flugdistanz, Verbrauch und Platznutzung im Flieger. Urlauber können mittlerweile auf den Internetseiten vieler Reiseveranstalter, Bahn- und Fluggesellschaften die CO2-Emissionen ausrechnen, die sie auf ihrer Reise verursachen. Beispielsweise bezahlt man bei Myclimate für die CO2-Kompensation eines Fluges von Frankfurt nach Barcelona etwa sechs Euro pro Person. Wer nach Sydney fliegt, zahlt 82 Euro. Die Spenden fließen gezielt in Klimaschutzprojekte, wie etwa dem Bau von Biogasanlagen in Indien oder Wiederaufforstungen in Südamerika. Doch nicht nur der touristische Klima-Fußabdruck lässt sich ausgleichen, wer will, kann den CO2-Ausstoß seines Autos, seines Haushaltes oder persönlichen Lebensstils kompensieren.

Wichtig: Bei der Wahl eines Kompensationsanbieters sollte man auf die Gold-Standard-Zertifizierung achten. Diese wird nur solchen Kompensationsprojekten bescheinigt, die Treibhausgase tatsächlich reduzieren und gleichzeitig eine nachhaltige Entwicklung der beteiligen Länder unterstützt.

Niederländischer Umweltschutz: Sohle aus Kaugummi

Kaugummis auf der Straße sind eine lästige Angelegenheit. Sie kleben am Schuh, kosten in der Entsorgung viel Geld und brauchen etwa 20-25 Jahre um sich aufzulösen. Genervt von den vielen Kaugummis auf der Straße, — in den Niederlanden sind es jährlich immerhin rund 1,5 Millionen Kilogramm Kaugummireste — hat die Stadt Amsterdam jetzt eine nachhaltige Lösung für das Problem gefunden. Um die Bürgersteige wieder sauber zu bekommen, hat sich die Initiative „I amsterdam“ überlegt, aus alten Kaugummis nachhaltig produzierte Sneakers herzustellen. Dazu werden Passanten aufgefordert ihre Kaugummis in spezielle „Gumdrop Bins“ zu werfen, die dann zur Sohle für den „Gumshoe“ weiterverarbeitet werden können. Für die Sohlen von einem Paar der Sneaker benötigt man etwa 300 Gramm Kaugummi, das Obermaterial ist aus Leder. Die Schuhe soll es ab Juni 2018 für rund 200 Euro im Handel zu kaufen geben.

EU geht gegen Plastikmüll vor 

Die EU-Kommission hat dem wachsenden Berg an Plastikmüll den Kampf angesagt. Bis zum Jahr 2030 sollen sämtliche Plastikverpackungen wiederverwertbar werden. Plastik ist mittlerweile zu einer enormen Belastung für die Umwelt, die Weltmeere und den Menschen geworden. Allein die EU produziert jedes Jahr rund 26 Millionen Tonnen Plastikmüll. Davon werden etwa 30 Prozent recycelt. Die restlichen 70 Prozent landen auf dem Müll oder in der Umwelt. Vor allem die Weltmeere sind von der Verschmutzung durch Plastik betroffen. Etwa 142 Millionen Tonnen Plastik sollen darin treiben.

Die EU-Kommission hat nun eine Strategie zur Reduzierung von Plastikmüll und zur Förderung von Recycling vorgestellt. Ziel ist es, sämtliche Plastikverpackungen in Europa bis 2030 komplett recycelbar zu machen. Die entsprechende Forschung wurde bereits mit 250 Millionen Euro unterstützt. Um die Meere besser zu schützen, soll es zudem an Häfen künftig Abfallannahmestellen geben, an denen Schiffe kostenfrei ihren Plastikmüll entsorgen können. Außerdem soll die Verwendung von Mikroplastik-Partikeln in Kosmetika und Waschmitteln verboten werden. Auch über eine Plastiksteuer denkt man in Brüssel nach. Für den Verbraucher bedeuten diese Neuerungen vermutlich höhere Müllentsorgungskosten, denn für das komplette Recycling von Plastik müssten neue Anlagen gebaut werden. Wie hoch die Kosten in Deutschland ausfallen werden, ist noch nicht abzuschätzen.

Nachhaltiger Schenken

Auch wenn wir das ganze Jahr versuchen umweltbewusst zu leben, spätestens zu Weihnachten mutieren die meisten von uns zu kleinen Umweltsündern. Damit wir mit gutem Gewissen durch die Feiertage kommen, können wir auch bei den Geschenken auf ein paar Dinge achten:

  • Wer ungern durch überfüllte Kaufhäuser hetzt, bestellt die Geschenke stressfrei übers Internet. Leider wird oft vergessen, dass das Hin- und Herverschicken mit sehr viel Verpackungsmüll verbunden ist. Daher am besten Online-Sammelbestellungen aufgeben und sich nicht jedes Päckchen einzeln schicken lassen.
  • Eine gute Möglichkeit ist zudem, den klimaneutralen Versand von DHL „GOGreen“ zu nutzen, mit dem man einen Beitrag zum Klimaschutz leistet.
  • Insbesondere zu Weihnachten werden gerne Elektrogeräte und Unterhaltungselektronik verschenkt. Beim Gerätekauf sollten wir nicht nur auf die technische Ausstattung, sondern auch auf den Stromverbrauch achten. Das EU-Energieeffizienzlabel gibt Auskunft über den Energieverbrauch der Geräte.
  • So schön hübsch verpackte Geschenke auch sind, nach dem Aufmachen sorgen sie allerdings für einen Müllberg aus Geschenkpapier, Folie und Schleifen. Umweltfreundlicher sind Packpapier, Stoffe und Jutebeutel, die mit Tannenzweigen oder kleinen Zapfen verziert werden.

pro Stunde 320 000 Coffee-to-go-Becher in Deutschland verbraucht werden?

Das macht aufs Jahr gerechnet 2,8 Milliarden Einwegbecher, die nach 15 Minuten Lebenszeit im Müll landen und deren Herstellung auf etwa 83 000 Tonnen CO2-Emissionen kommt. Würde man die Einwegbecher aufeinanderstapeln, würde dieser Stapel bis zum Mond reichen.

Dem sorglosen Umgang mit Coffee-to-go-Bechern haben nun immer mehr Städte den Kampf angesagt und ein neues Pfandsystem eingeführt. Etwa 200 Cafés in Deutschland machen bereits bei der Kampagne zur Müllvermeidung mit, und es werden immer mehr. Und so funktioniert es: Für einen 1€ Pfand bekommt man seinen Kaffe nun in einem Mehrweg-Becher. Ist der Kaffee ausgetrunken, kann man den leeren Becher später in einem anderen teilnehmenden Café abgeben, sogar in einer anderen Stadt.

Quelle: tz