Kategorie-Archiv: Hätten Sie gewusst…

Erneuerbare 38 Prozent unseres Stromverbrauchs decken?

Erneuerbare Energien sind auf der Überholspur. In den ersten drei Quartalen dieses Jahres konnten sie fast 40 Prozent unseres Bruttostromverbrauchs decken. Das ist ein Anstieg von drei Prozent zum Vorjahreszeitraum. Grund dafür sind die guten Wetterbedingungen, so hatten wir in mehreren Monaten ein starkes Windaufkommen und besonders viele sonnige Tage.

Insgesamt 170 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) Strom aus Sonne, Wind und anderen regenerativen Quellen wurden in den ersten drei Quartalen 2018 erzeugt. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr waren es im gleichen Zeitraum noch 155,5 Mrd. kWh. Die Stromerzeugung aus Braun- und Steinkohle nimmt dagegen stetig ab. In diesem Jahr lag sie sie bei 172 Mrd. kWh und damit um sieben Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums von 184 Mrd. kWh..

Quelle: bdew

ein Zehntel des weltweit verbrauchten Stroms für den Betrieb von Klimaanlagen genutzt wird?

Der Sommer in diesem Jahr hat zumindest in Europa neue Hitzerekorde gebrochen. Kaum verwunderlich, dass auch der Verkauf von Klimaanlagen in die Höhe geschossen ist: In jeder Sekunde gehen weltweit zehn Klimaanlagen über die Ladentheken. Rund 1,6 Milliarden Klimaanlagen sind aktuell in Betrieb, die Hälfte davon in den USA und China. Laut der Prognose der IEA (Internationale Energieagentur) wird sich die Zahl bis zum Jahr 2050 sogar auf 5,6 Milliarden Geräte mehr als verdreifachen.

Was viele Bauherren und Modernisierer nicht wissen: Auch mit einer Wärmepumpe lassen sich Wohnräume effizient, kostengünstig und umweltfreundlich kühlen – was bei anderen Heizsystemen nicht möglich ist.

der Aufkleber „Keine Werbung“ rund 33 Kilo Papiermüll im Jahr spart?

Durchschnittlich verbrauchen wir in Deutschland pro Kopf 250 Kilogramm Papier im Jahr. Davon landen etwa 33 Kilo jährlich als Werbeprospekte in unseren Briefkästen. Die Produktion der kostenlosen Zeitungen und Werbesendungen gehen mit einem enormen Wasser- und Energieverbrauch einher, dabei landen die meisten davon ungelesen in der Papiertonne.

Ein Briefkastenaufkleber „Keine Werbung“ untersagt den Einwurf von unadressierten Prospekten und spart so über 33 Kilogramm Papier im Jahr. Langfristig werden dadurch Bäume gerettet, denn die unverteilten Werbebroschüren werden zurück an den Hersteller geschickt. Dieser ist für die fachgerechte, kostenpflichtige Entsorgung zuständig. Bei zu viel Rücklauf fallen die künftigen Auflagen kleiner aus. Ein Aufkleber auf dem Briefkasten trägt also zur Müllvermeidung bei.

die Deutschen Europameister im Mülltrennen sind?

Deutschland hat in Sachen Mülltrennung die Nase vorn. Nirgendwo in Europa wird so viel Recycling betrieben wie bei uns: Im Schnitt 415 Kilogramm Wertstoffe jährlich führt jeder Deutsche der Wiederverwertung zu. Gefolgt werden wir von der Schweiz (382 Kilogramm) und Dänemark (372 Kilogramm).

Bleiben noch rund 213 Kilogramm Restmüll jährlich, den die Deutschen pro Kopf laut des Hamburgischen Wirtschaftsinstituts produzieren. Damit haben wir zwar ein relativ hohes gesamtes Müllaufkommen, da wir aber vergleichsweise viel recyceln, gehen zumindest weniger Ressourcen endgültig verloren, so das HWWI.

Quelle: Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO und Hamburgisches Weltwirtschaftsinstitut (HWWI)

eine Kuh so viel CO2-Äquivalent wie ein Auto produziert?

Rülpsende Kühe sind schlecht für die Umwelt. Das Gas, das dabei entweicht, Methan, hat eine 25 Mal stärkere Wirkung als Kohlendioxid. Mit 24 Prozent des weltweiten CO2-Ausstosses trägt die Landwirtschaft erheblich zum Klimawandel bei. Fast 15 Prozent davon gehen auf das Konto der Viehwirtschaft. Bis zum Jahr 2050 wird sich der Anteil am weltweiten CO2-Aufkommen vermutlich auf über 50 Prozent erhöhen, das sind rund 20,2 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalente* jährlich. Die Bundesregierung hat im Rahmen ihres Klimaschutzprogramms beschlossen, dass die deutschen Bauern die Emissionen bis 2030 um 30 Prozent reduzieren sollen.

Laut Greenpeace würde eine Halbierung des weltweiten Fleischkonsums das Problem bereits lösen. Derzeit liegt der weltweite pro-Kopf-Fleischkonsum im Durchschnitt bei 43 Kilogramm jährlich, der in Europa sogar bei 85.

*Um die Klimaschädlichkeit ins Verhältnis setzen zu können, werden bestimmte Gase wie Methan in CO2-Äquivalente umgerechnet.

der Klimawandel Schneehasen braun werden lässt?

Schneebedeckte Landschaften werden infolge des Klimawandels in vielen Regionen der Erde immer seltener. Das wirkt sich auf Säugetiere und Vögel aus, die ihr Fell oder Federkleid zur Tarnung farblich an die Jahreszeit anpassen. Ein Forscherteam der University of Montana hat nun beobachtet, dass immer mehr Tierarten, wie der Schneehase oder das Schneehuhn, ihre „Weißphasen“ verkürzen oder auf die Umfärbung komplett verzichten und im Winter braun bleiben. Man spricht von polymorphen Populationen, wenn ein Teil der Tiere der gleichen Art sich im Winter weiß färbt, und ein Teil seine Farbe nicht ändert. Die farbliche Anpassung ist aber nur eines von vielen Merkmalen, so die Forscher. Die Tiere müssen auch ihren Wärmehaushalt an das veränderte Klima anpassen.

der Geschirrspüler auch Essen zubereiten kann?

Foodblogs, Zeitschriften und auch Kochbücher schwören auf eine neue Methode des Kochens: Spülmaschinen sollen nicht mehr nur für sauberes Geschirr sorgen, sondern auch bei der Essenszubereitung helfen. Angeblich funktioniert das Kochen im Geschirrspüler wie bei einem Dampfgarer. Damit kein Spülwasser an die Lebensmittel gelangt, müssen diese vorher luftdicht in Einweckgläsern, Alufolie oder Bratschläuchen verschlossen werden. Dann nur noch die Temperatur einstellen und nach einem Waschgang ist das Essen fertig. Durch diese Methode sollen nicht nur Vitamine und Geschmack erhalten bleiben, sie soll auch noch besonders ökologisch sein, weil sie Wasser und Strom spart – und der Abwasch gleich miterledigt wird.

Bitte nicht nachmachen! Bevor Sie jetzt zum Geschirrspüler stürmen, hier eine Warnung der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein: „Es gibt viele Möglichkeiten, im Haushalt Energie zu sparen und sein Essen nährwertschonend und sicher zuzubereiten. Aber das Garen im Geschirrspüler ist der falsche Weg“, so Gudrun Köster, Expertin für Lebensmittel bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. „Die verwendeten Materialien wie Aluminium oder Bratschläuche und –beutel sind für diesen Zweck nicht geprüft. Deshalb ist diese Methode gesundheitlich bedenklich.“

jeder Deutsche im Schnitt 21,6 Kilo E-Müll produziert?

Damit belegt Deutschland den vierten Platz unter den Top 5 der Verursacher. Nur die USA, China und Japan produzieren noch mehr Elektroschrott — etwa durch alte Computer, Handys, Fernseher und andere Geräte.

Damit der Elektroschrott nicht über den Hausmüll entsorgt wird, müssen Großhändler mit einer Verkaufsfläche von über 400 Quadratmetern seit Juli 2016 alte Elektrogeräte von Kunden zurücknehmen. Je nach Versand- und Lagerfläche gilt das auch für Onlinehändler.

Für die umweltfreundliche Entsorgung von Kleingeräten hat sich das Leipziger Start-up Binee ein Belohnungssystem überlegt. Verbraucher, die alte Handys, Rasierer, Zahnbürsten usw. zu einer Binee-Recycling-Tonne bringen, bekommen Gutscheine von Kooperationspartnern.

Quelle: Global E-Waste Monitor 2014

wir pro Jahr 25 kg CO2 sparen können, wenn wir beim Wasserkocher auf die Füllmenge achten?

Ein Wasserkocher ist effizienter als der Topf auf dem Elektroherd. Kochen wir aber ständig mehr Wasser als nötig, steigen Stromverbrauch und CO2-Ausstoß. Das macht im Jahr pro nicht verwendeten Liter Wasser täglich immerhin 25 kg CO2 aus. Wer beim Befüllen des Wasserkochers auf die Menge achtet, spart zudem 10 Euro im Jahr.

Tipp: Weniger qualitative Geräte schalten sich oft erst eine Minute nach dem Kochen ab und verbrauchen damit zu viel Energie. Das lässt sich vermeiden, wenn man den Kocher direkt nach dem Kochen selbst abschaltet und bei einer Neuanschaffung auf mehr Qualität achtet.

…wir rund 18 Millionen Tonnen Verpackungsmüll im Jahr verursachen?

Den Abfallberg aus Glas, Kunststoff, Papier, Aluminium und sonstigen Packstoffen erreichten wir in Deutschland laut einer Studie des statistischen Bundesumweltamtes im Jahr 2014. Verantwortlich für den Negativ-Rekord sind unter anderem die steigende Zahl an Single-Haushalten und der Trend zu schnellem und verzehrfertigen Essen aus der Verpackung. Außerdem fördern Trends wie Kaffee-to-go diese Entwicklung!