Archiv für den Monat: Juli 2017

Power-Klo: Strom aus Urin

„Pee Power“ heißt die Technologie, die Urin in Strom umwandelt. Auf dem diesjährigen Glastonbury-Festival in England wurde die neue Toilette zur Stromgewinnung zum ersten Mal ausprobiert.

Pee-Power-Anlagen können organischen Abfall mithilfe von mikrobiellen Brennstoffzellen in Energie verwandeln. Die Brennstoffzellen enthalten Bakterien, welche sich von Urin ernähren und diesen als Treibstoff nutzen. Das Nebenprodukt, das dabei entsteht, ist biochemische Energie, die in Elektrizität umgewandelt werden kann. Während des Prozesses wird der Urin gefiltert, um umweltschädliche Reststoffe unschädlich zu machen, bevor sie an den Boden abgegeben werden.

Die Universität Bristol forscht bereits seit 2011 an der Technologie. Im Juni feierte das wohl energiegeladenste Klo der Welt auf dem riesigen Glastonbury-Festival mit über 170.000 Besuchern seine Premiere. Insgesamt 40 stromerzeugende „Pee-Power“-Toiletten mit mikrobiellen Brennstoffzellen standen für die Festival-Besucher bereit. Die Klos erzeugten den Strom für Info-Displays, fürs Licht und das Laden von Smartphones.

Der Testlauf soll die Einsatzfähigkeit und Zuverlässigkeit der Urin-zu-Strom-Technologie im Massenbetrieb unter Beweis zu stellen und das Power-Dixie Klo zu mehr Bekanntheit verhelfen. Langfristiges Ziel des Projektes ist es, die Versorgung in Ländern ohne sichere Elektrizität und sanitäre Anlagen sowie soziale Einrichtungen wie Flüchtlingsunterkünfte zu verbessern.

„Klimaschutz in Zahlen“

Deutschland hat sich zwar eine ambitionierte Klimaschutzpolitik auf die Fahnen geschrieben, dennoch übersteigen unsere Pro-Kopf-CO2-Emissionen mit rund 9,6 Tonnen den internationalen Durchschnitt von 4,9 Tonnen um mehr als das Doppelte. Hinzu kommt, dass ein großer Teil der CO2-Emissionen in Schwellenländern auf die Produktion von Exportgütern für Industrieländer zurückzuführen ist, was die konsumbasierten deutschen Emissionen nochmal um elf Prozent steigen lässt.

CO2, das unter anderem durch das Verbrennen von fossilen Energieträgern entsteht, ist die Hauptursache für den weltweiten Klimawandel, in dessen Folge es zu extremen Wetterereignissen wie Dürren, Überschwemmungen und anderen Naturkatastrophen kommt. Für Mensch, Umwelt und Wirtschaft sind die Auswirkungen des Klimawandels verheerend. Umso dringender ist Entwicklung weg von fossilen Energieträgern hin zur klimafreundlichen Energieerzeugung.

In der aktuellen Broschüre „Klimaschutz in Zahlen“ informiert das Umweltbundesamt über die wichtigsten Fakten, Trends und Zahlen der deutschen Klimapolitik, darunter die Entwicklung der jährlichen Treibhausgasemissionen, Investitionen in Klimaschutz oder die Ziele der Klimapolitik. Die Broschüre ist allgemeinverständlich und für eine breite Öffentlichkeit gedacht. Eine Vielzahl von Graphiken und Tabellen veranschaulichen die wichtigsten Daten und Fakten.

Klimaschutz in Zahlen 2017

Bildquelle: BMUB

 

Solargrill für unterwegs

Sommerzeit ist Grillzeit! Echte Ökogriller, die bisher das schlechte Gewissen plagte, weil Holz und Kohle nicht so wirklich umweltfreundlich sind, können hoffen: Das Wiener Startup Sunsausage hat einen Grill entwickelt, der nur mithilfe von Sonnenstrahlen arbeitet. Angrillen, Feuer, Asche, C02 usw. entfallen beim PhotonGrill. Stattdessen bündelt ein Parabolspiegel einfallende Sonnenstrahlen und reflektiert sie in einen Brennpunkt (wie bei einer Lupe), an den eine schwarze Grillpfanne angebracht ist. Die Pfanne nimmt wegen ihrer Farbe einen Großteil des Lichts auf und wandelt dabei Licht-Energie in Wärme um.

Der mobile Grill ist laut Hersteller in drei Minuten aufgebaut, und passt mit einem Gewicht von drei Kilo gut in den Rucksack. Insgesamt soll der Solargrill auf eine Leistung von 1000 Watt kommen und in 5 Minuten eine Temperatur von 260°C erreichen. Allerdings nur bei entsprechendem Sonnenschein.

Noch gibt es den PhotonGrill nicht zu kaufen, das Startup will die Entwicklung mithilfe von Crowdfunding finanzieren.

Nachhaltig und effizient auf Reisen gehen!

Endlich wieder Urlaubszeit! Obwohl wir uns im Alltag sehr viel Mühe geben, eine nachhaltige Lebensweise zu pflegen – wir lieben Bio, fahren Fahrrad und schauen beim Kauf eines Elektrogerätes auf das Energielabel – werden viele von uns auf Reisen zu kleinen Umweltsündern.  Hier ein paar Tipps, wie man sich auch nachhaltig im Urlaub verhalten kann:

  • Am Urlaubsziel sollte man das Auto ruhig mal stehen lassen und die Gegend zu Fuß oder mit einem Leihrad erkunden. Auch öffentliche Verkehrsmittel sind statt eines Mietwagens zu empfehlen.
  • Pflegeartikel in Minigrößen sind schnell aufgebraucht und verursachen viel mehr Plastikmüll als normale Größen.
  • Auch in den Ferien sollte auf einen geringen Wasserverbrauch achten, d.h. auch im Urlaub muss man nicht stundenlang unter der Dusche stehen.
  • Das Handtuch im Hotel gerne öfter als einmal benutzen, damit es nicht so oft gewaschen werden muss.
  • Im Urlaub regional und saisonal essen. Wer die lokale Küche ausprobiert, lernt auch das Urlaubsland besser kennen.
  • Eine Klimaanlage im Hotelzimmer verbraucht viel Strom. Wer jedoch nicht darauf verzichten kann, sollte darauf achten, sie beim Verlassen des Zimmers abzuschalten. Um zu verhindern, dass sich die Räume aufheizen, lieber die Fenster tagsüber geschlossen halten und mit Rollos oder Jalousien abdunkeln.