Archiv für den Monat: Juni 2017

Nachhaltige Bademode

Pünktlich zum Sommer gibt es eine Badekollektion, die nicht nur die Herzen von Ökofreunden höher schlagen lässt: Das oberfränkische Unternehmen Bleed Clothing hat einen Bikini aus alten Fischernetzen auf den Markt gebracht. Wer nun skeptisch die Nase rümpft, wird überrascht sein, wie modisch der türkisblaue Zweiteiler daherkommt. Man sieht ihm nicht an, dass er in seinem ersten Leben Fische gefangen hat.

Für die Materialgewinnung des Bikinis wurden sogenannte „Geisternetze“ aus den Ozeanen gefischt und mit anderen Abfallmaterialien aus der Teppichindustrie verarbeitet. Entstanden ist der recycelbare und elastische Stoff für Bade- und Surfbekleidung, Econyl, dessen Herstellung Energie und natürliche Rohstoffe einspart, sowie zur Reinigung der Meere beiträgt.

Fotoquelle: Bleed Clothing

Carsharing wird belohnt

Bundestag und Bundesrat haben einem Gesetzentwurf zugestimmt, der das Carsharing in Deutschland  ankurbeln soll. Beim Carsharing nutzen mehrere Personen gemeinsam ein Fahrzeug — privat oder über einen Anbieter. Das spart nicht nur Geld und Sprit, sondern reduziert auch gefährliche Abgase.  Autofahrer, die diese nachhaltigere Form der Mobilität nutzen, sollen in Zukunft belohnt werden.

Das neue Gesetz tritt im September diesen Jahres in Kraft. Es sieht für „Carsharer“ unter anderem Privilegien beim Parken wie reservierte Plätze oder die Befreiung von Parkgebühren vor. Laut Branchenverband (bcs) waren zu Beginn diesen Jahres rund 1,7 Millionen Carsharing-Kunden registriert, die sich gut 16.000 Fahrzeuge von 150 Anbietern teilen.

…die weltweit höchste Mülldichte auf einer unbewohnten Insel herrscht?

38 Millionen Plastikteile liegen auf dem zehn Kilometer langen Strand von Henderson Island. Dabei ist die Insel im Südpazifik gerade mal 37 Quadratmeter groß. Forscher der Universität von Tasmanien haben den Müll kürzlich entdeckt und gezählt.

Henderson Island ist Unesco-Weltnaturerbe und liegt zwischen Neuseeland und Chile. Das Kuriose:  Die Koralleninsel ist unbewohnt. Zumindest wohnen hier keine Menschen, aber viele Pflanzen und Tierarten. Auch in einem Umkreis von 5000 Kilometern gibt es keine größeren Wohngebiete. Woher kommt also der ganze Abfall? Die Forscher nennen verschiedene Gründe für die Müllmassen: Verantwortlich seien unter anderem die Meeresströmungen sowie die Wetterbedingungen und – nicht zuletzt – die Tatsache, dass  jedes Jahr etwa 8 Millionen Tonnen Plastik im Meer landen.

Weniger verschwenden, mehr recyceln

…hat der Bundestag beschlossen und will nun die Pfandpflicht in Deutschland ausweiten. Das neue Verpackungsgesetz tritt ab 1. Januar 2019 in Kraft. Verbraucher werden dann den Einwegaufschlag von 25 Cent auf eine größere Anzahl Getränke zahlen müssen; etwa auf kohlensäurehaltige Nektare oder Mischgetränke mit einem Molkeanteil von mindestens 50 Prozent. Von der Pfandpflicht ausgenommen sind zunächst Wein, Milchkartons und Saftflaschen. Außerdem sieht der Bundesrat eine neue Kennzeichnungspflicht für Getränkeverkäufer vor: Schilder am Getränkeregal sollen Verbraucher besser darüber informieren, ob es sich um Mehrweg- oder um Einwegflaschen handelt.

Mit den neuen Gesetzen will das Bundesumweltministerium eine Reduktion von Verpackungsabfällen erreichen. Ziel ist es, die Recycling-Quote für Kunststoffverpackungen bis zum Jahr 2022 von derzeit 36 Prozent auf 63 Prozent anzuheben. Umweltschützern, die seit Jahren für höhere Recyclingstandards kämpfen, geht das neue Verpackungsgesetz allerdings nicht weit genug. Sie fordern härtere Maßnahmen, zum Beispiel Sanktionen für ein Verfehlen der Mehrwegquote oder eine Extrasteuer auf Einweggetränkeverpackungen.