Archiv für den Monat: März 2017

Wie schwer ist dein ökologischer Rucksack?

Das Wuppertal Institut hat einen Rechner entwickelt, mit dem wir ganz fix unseren ökologischen Rucksack ausrechnen können. Doch was genau versteht man darunter?

Der ökologische Rucksack ist ein Maßstab für die Energie und die Menge an natürlichen Rohstoffen, die wir infolge unseres persönlichen Lebensstils verbrauchen. Betrachtet wird dabei die Umweltbelastung, die mit dem Konsum von Produkten und Dienstleistungen einhergeht, einschließlich ihrer Herstellung, Nutzung und Entsorgung. Faustregel dabei ist: Je mehr Rohstoffe und Energieverbrauch in einem Erzeugnis stecken, desto mehr Schäden bedeutet das für die Umwelt.

Um den ökologischen Rucksack zu berechnen, wird das Eigengewicht eines Produktes von seinem gesamten Ressourcenverbrauch entlang seiner Lebenszeit abgezogen. So hat ein 80 Gramm schweres Handy einen Öko-Rucksack von 75,3 Kilogramm (Quelle: Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH). Das Eigengewicht des Gerätes wird also um fast das Tausendfache überstiegen. Anders ausgedrückt: Die Herstellung, Nutzung und Entsorgung von Handys führt zu hohen Umweltschäden.

Wie schwer ist dein persönlicher ökologischer Rucksack? Wer möchte, nimmt sich 10 Minuten Zeit, um ein paar Fragen zu den Lebensbereichen Wohnen, Freizeit, Mobilität und Ernährung zu beantworten. In der anschließenden Auswertung erfährst du, wie schwer dein Rucksack ist und wo sich Verbesserungspotenzial für einen nachhaltigeren Lebensstil verbirgt.

Jedes Jahr ein neues Handy?

Seit der Einführung des ersten iPhones vor ungefähr zehn Jahren, wurden über sieben Milliarden Smartphones produziert. Laut Greenpeace hat allein die Produktion in diesem Zeitraum weltweit rund 968 Terawattstunden Strom verschlungen. Das ist ungefähr so viel wie die komplette jährliche Energieversorgung Indiens.

Neben diesem großen Energieaufwand ist die Herstellung von Handys auch deshalb problematisch, weil die Geräte Edelmetalle und Metalle der seltenen Erden benötigen. Die Förderung und Verarbeitung der Rohstoffe geht häufig mit massiven Schäden für Mensch und Natur einher, und auch das spätere Recycling gestaltet sich schwierig.

In Anbetracht dieser Tatsache, sollten wir uns überlegen, ob wir zum Beispiel Verträge, die jedes Jahr ein neues Handy versprechen, wirklich benötigen, mahnt Greenpeace! Laut Bitkom (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien) haben nur zwölf Prozent der Deutschen ein Smartphone, das älter ist als zwei Jahre. 63 Prozent besitzen ein Handy, das nicht älter als ein Jahr ist.

Putzen hilft beim Strom sparen

Vier Reinigungs-Tipps, durch die wir schnell viel Strom sparen können:

1. Fensterputzen: Der Frühling steht vor der Tür, die Tage werden länger und heller. Dreckige Fenster beeinträchtigen die Lichtintensität. Mit sauberen Fenstern sparen wir bei der Beleuchtung.

2. Entkalken: Geräte, die ständig mit Wasser in Berührung kommen wie Wasserkocher, Kaffee- oder  Espressomaschine sollten regelmäßig entkalkt werden. Verkalkte Geräte erreichen nicht die volle Leistung und verbrauchen mehr Energie.  Zudem haben kalkfreie Geräte eine längere Lebensdauer, was ebenfalls der Umwelt und dem Geldbeutel zu Gute kommt.

3. Gefrierschrank enteisen: Der Energieverbrauch von Kühlschränken kann bei starker Vereisung um 10-15 Prozent steigen. Deshalb sollte der Kühlschrank mindestens ein- bis zweimal pro Jahr abgetaut werden. Am besten noch vor dem Sommer, denn bei heißen Temperaturen muss das Gerät noch mehr Arbeit leisten. Übrigens verfügen moderne Geräte über eine No-frost-Funktion, die automatisch das Abtauen übernimmt!

4. Dichtungen von Backofentüren reinigen: Am schnellsten werden die Gummidichtungen mit warmem Wasser und Neutralseife sauber. Danach schließt die Tür wirklich dicht, und es gehen weniger Wärme und Energie flöten.

Achtung: Vor der Reinigung von Geräten bitte unbedingt die Herstellerangaben berücksichtigen!

Bio-Unterwäsche: nachhaltig und sexy

Bio boomt in Deutschland. Was mit Lebensmitteln begann, hat schon längst Einzug in unsere Kleiderschränke gefunden. Kleidung aus Bio-Materialien ist nicht nur gesünder für die Haut, sondern auch für die Umwelt und die Textil-Arbeiter. Beim Bio-Anbau wird nämlich weitestgehend auf schädliche Pestizide oder Gentechnik verzichtet.

Vor allem bei der Unterwäsche sollten wir also chemiebehandelte Billigware links liegen lassen und lieber auf hautfreundliche Öko-Produkte setzen. Schließlich rückt uns kein anderes Kleidungsstück täglich so nah auf die Pelle. Bio-Wäsche aus Naturfasern ist atmungsaktiv und besonders sanft zur Haut, weil das Färben ohne schädliche Bleichmittel und andere toxische Chemikalien geschieht. Wer befürchtet, dass Bio untenrum nicht sexy oder nur was für Allergiker und Birkenstock-Träger ist, irrt. Mittlerweile haben sich viele Hersteller Nachhaltigkeit auf die Fahne geschrieben und vertreiben sehr hübsche Unterwäsche und Dessous.

Gute Bio-Unterwäsche erkennt man übrigens an Zertifikaten und Güte-Siegel wie etwa GOTS oder OEKO-TEX. Die Siegel kennzeichnen ökologische und schadstoffarme Textilien aus Naturfasern sowie eine faire Herstellung und Verarbeitung. Bei folgenden Ökolabels werdet ihr fündig: hessnatur, Avocado Store, Aikyou, comazo, Grüne Erde, kleiderhelden.

 

Radler leben länger als Autofahrer

Ist es gesünder zur Arbeit zu radeln, das Auto oder den öffentlichen Nahverkehr zu benutzen, oder doch zu laufen?

Niederländische Forscher haben sich jetzt eingehend mit dieser Frage beschäftigt. Den gesündesten Weg zur Arbeit zu bestimmen, ist allerdings nicht so einfach. Einerseits hält uns körperliche Bewegung gesund, andererseits atmen Fußgänger und Radfahrer mehr Abgase ein als Autofahrer. Natürlich variiert die Abgasbelastung von Arbeitsweg zu Arbeitsweg. Dennoch: Die Untersuchung der Niederländer kommt zu dem Schluss, dass Menschen, die mit dem Fahrrad ins Büro fahren, ein Jahr länger leben als ihre Auto fahrenden Kollegen. Die Belastung durch die Luftschadstoffe werde durch die körperliche Aktivität mehr als kompensiert.

Sogar 3 bis 5 Jahre Lebenszeit könnten Pendler laut den Forschern gewinnen, wenn sie immer zu Fuß zur Arbeit gingen. Dafür müssten sie allerdings täglich 14 Kilometer zurücklegen.

Quelle: Lancet Public Health